No. Title Length
1. „Dangerous“ 4:10
2. „Say Something Loving“ (additional production by Romy Madley Croft) 3:58
3. „Lips“ 3:20
4. „A Violent Noise“ 3:47
5. „Performance“ (lyrics by Croft) 4:06
6. „Replica“ 4:09
7. „Brave for You“ (lyrics by Croft) 4:13
8. On Hold 3:44
9. „I Dare You“ 3:53
10. „Test Me“ (lyrics and additional production by Croft) 3:55
Total length: 39:15

Romy Madley Croft, Jamie xx und Oliver Sim mussten so einiges durchmachen, bis sie ihr neues Album I SEE YOU vollenden konnten. Ihre Freundschaft wurde in den vergangenen Jahren oft auf die Probe gestellt. Da waren der Erfolg von Jamie xx mit seinem Solo-Debüt IN COLOUR und auch das Alkoholproblem von Oliver Sim. Am Ende brachten die schwierigen Zeiten das Trio noch enger zusammen.

Davon handelt das neue Album I SEE YOU – von Freundschaft und Liebe und dem Leben, so heißt es in einer Mitteilung der Band. Ab heute ist die neue Platte erhältlich und bei Spotify könnt das gesamte Album bereits als Stream hören, falls Ihr es gar nicht mehr abwarten könnt!

Am Donnerstag feierte die Band das Erscheinen ihres neuen Albums mit Live-Streams auf ihren Social-Media-Kanälen. Es gab ein Periscope- und ein Facebook-Live-Video, das die Band in den RAK Studios in London zeigte, wo sie derzeit für die anstehende Tour proben.

The xx sind auf verschiedenen Ebenen die wichtigste Band des aktuellen Jahrzehnts. Zum Beispiel was identitätsstiftende Maßnahmen angeht. In ihrer maximalen Introvertiertheit stellen Romy Madley Croft, Oliver Sim und 
Jamie xx nicht die ultimativen Role-Models einer Generation dar, sondern eine immer aktuelle, Generationen übergreifende, individualisierte Outsider-Version des Jungseins, als Option einer sanften Rebellion gegen das Klischeebild von der Jugend als maximal durchgedreht, verrückt, nihilistisch und vergnügungssüchtig. Und dann ist da auch noch die Musik: Als Indie Ende der Nullerjahre am Boden lag, haben sie dem Genre mit ihrem Debütalbum THE XX 2009 einen Stoß in eine andere Richtung gegeben mit ihrem minimalistischen Dream Pop, den sanften Elektronik-
Infusionen und den gefühlten R’n’B-Verweisen.

Auf I SEE YOU werden The xx nicht unbedingt leichter zuordenbar

Dass dies auch für das dritte Album I SEE YOU gilt, hat Jamie xx zu verantworten. Sein Soloalbum IN COLOUR aus dem Jahr 2015 zeigte den Uninformierten, dass der Beatmacher von The xx als Produzent von Elektronik-Tracks längst ein respektierter Bestandteil dieser „anderen“ Welt war. Auch ohne entsprechende Bekundungen, die Jamie xx in diversen Interviews zu seinem Soloalbum machte, war klar, dass das dritte Album der Band von IN COLOUR beeinflusst sein würde. Aber das ist nur die halbe Wahrheit. Wir wünschen uns die Veröffentlichung der „I See You Instrumentals“, um nachzuprüfen, ob das Album als „Stand-Alone“ ohne die Stimmen von Romy Madley Croft und Oliver Sim Bestand hätte.

Auf I SEE YOU werden The xx nicht unbedingt leichter zuordenbar. Das Album stellt die maximalen Möglichkeiten der Vermischung beider Welten dar. Die erste Single „On Hold“ mit den flatternden Beats und der Closer „Test Me“ mit seinen entschleunigten Soundscapes stellt den Einfluss von Produzent Jamie xx auf die Indie-Band The xx am deutlichsten heraus.

Romy Madley Crofts Gesang wirkt befreiter und stärker

The xx bleiben die große, kleine Band, die den Minimalismus in einem musikalischen Segment mehrheitsfähig gemacht hat, in dem andere scheinbar einem Naturgesetz folgend – sich im Lauf der Zeit zu stinknormalen Rockbands entwickeln. Der vielleicht deutlichste Unterschied auf I SEE YOU im Vergleich zu „früher“: Der Gesang von Romy Madley Croft wirkt befreiter und stärker. Die Fangemeinde muss sich also keine Sorgen machen, es sei denn, sie lässt sich abschrecken durch eine Vielzahl an variationsreichen, ausgeklügelten Beats.